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Orte > Dahlwitz (1850-1945)
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Dahlwitz
liegt heute am östlichen Stadtrand von Berlin, nicht weit von
Friedrichsfelde, und ist vor allem durch die Galopprennbahn Hoppegarten
bekannt. Das Rittergut Dahlwitz mit seinen Nebengütern Hoppegarten,
Rahnsdorf am Müggelssee und Kiekemal wurden 1850 von den Grafen
Hacke an den Friedrichsfelder Sohn Heinrich v. Treskow (1823-1886)
verkauft. Zu dieser Zeit befand sich in Dahlwitz bereits ein marodes
barockes Gutshaus, das den neuen Repräsentationsbedürfnissen
nicht mehr entsprach, und eine 1821-1827 entstandene Parkanlage von
Peter Joseph Lenné. Das alte Herrenhaus wurde abgetragen und
Heinrich v. Treskow beauftragte den Architekten Friedrich Hitzig
1856 mit dem Neubau einer italienisch anmutenden Turmvilla. Das Gut
fiel 1886 an den Sohn Heinrich Karl v. Treskow (1858-1928), dessen
einzige Tochter Irmgard Eveline v. Gustedt (1890-1964) das Gut bis
1945 besaß.
Die Passion des neuen Gutsherrn Heinrich v. Treskow war neben den
baulichen Veränderungen der Pferdesport. Das Vorwerk Hoppegarten
wurde bereits seit 1829 regelmäßig für Flach- und
Hindernisrennen genutzt und stand in Konkurrenz zur Trabrennbahn
Karlshorst und dem Tempelhofer Exerzierplatz. Heinrich v. Treskow
verpachtete das Gelände 1866 an das in Hoppegarten ansässige
Union-Gestüt, und so gründete sich am 15. Dezember 1867
mit 36 Mitgliedern aus ganz Deutschland der Union-Klub. Zu den ersten
Mitgliedern zählten Graf Johannes Renard, Heinrich v. Treskow,
Fedor André, Oberstallmeister von Maltzahn und der Fürst
zu Hohenlohe-Öhringen. Der preußische König Wilhelm
I. und Kanzler Otto von Bismarck eröffneten am 17. Mai 1868
die Galopprennbahn Hoppegarten mit vier Hindernisrennen.
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Heinrich
v. Treskow verkaufte dem Union-Klub das Gelände 1874 für
296.000 Taler - Hoppegarten hatte sich zur wichtigsten deutschen
Rennbahn entwickelt und war ein Zentrum des gesellschaftlich-politischen
Lebens Berlins geworden. Häufig sahen bis zu 40.000 Zuschauer
die Rennen und bis zu 1500 Pferde standen in den Ställen.
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Das Herrenhaus hat als Schule und Gemeindehaus überdauert.
Zuvor hatte es bereits eine Reihe von Umbauten erlebt: 1906 erhielt das
Gebäude eine Freitreppe zum Park sowie auf der nordöstlichen
Seite einen Anbau von Küche und Atelieräumen. Nach dem 2. Weltkrieg
(1947) wurde das Schloss zu einem Kinderheim umgebaut. Dabei kam es zu
einer erheblichen Reduzierung der Schmuckelemente an der Fassade, zum
Entfernen der Innentüren und der restlichen Ausstattung. Die Öffnungen
im Aussichtsgeschoss des Turmes wurden zu Fenstern umfunktioniert. Bis
zum Jahre 1997 diente das ehemalige Gutshaus als Kindergarten und Schulhort
für die benachbarte Schule. Nach erfolglosen Privatisierungsversuchen übernahm
2004 die Brandenburgische Schlösser GmbH die Gebäude und saniert
sie seither mit großem Aufwand. Der Lenné-Park hinter dem
Haus wurde in einer Größe von 4 Hektar wiederhergestellt.
Das Haus selbst erhält seit 2007 seine ursprüngliche rote Färbung
und seinen Aussenstuck zurück. Für die Finanzierung dieser
Massnahmen wurde ein Förderverein gegründet, der jeden Sommer
ein Dahlwitzer Schlossfest organisiert.
Sehenswert ist heute auch der Friedhof von Dahlwitz, der samt seiner
Friedhofskapelle von 1892 ein Geschenk der Familie v. Treskow an die
Gemeinde war. Entlang der Friedhofsmauern entstanden große Familiengrabstätten
von Vertretern des Rennsports, aber auch von Handwerkern und Bauern des
Dorfes. Unter den kunstvoll gestalteten Monumenten mit großen Marmor-
und Granittafeln, Säulen, Vasen und Reliefs findet man auch die
Gräber der englischen und schottischen Trainer und Jockeys, die
in der Gemeinde dauerhaft ansässig geworden waren. Die erhaltenen
Grabsteine des abgelegenen früheren Treskowschen Familienfriedhofes
wurden von Gemeindemitgliedern geborgen und 2002 auf dem Gemeindefriedhof
neu aufgerichtet.
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