 |

Startseite
Über
uns
Orte
>Berlin
· Berlin-Mitte
· Friedrichsfelde
>Brandenburg
· Dahlwitz
· Kade
· Altenplathow
· Weissagk
>Polen, Region Posen
(Województwo Wielkopolski)
· Owinska
(Owinsk, Treskau)
· Radojewo
(Raden)
· Chludowo
(Truppenfeld)
· Biedrusko
(Weissenburg,
Warthelager)
· Bolechowo
(Bernau)
· Wierzonka
(Waldhof)
· Budzischewo
(Buschdorf)
· Nieszawa
(Nieschawa)
· Morasko
(Nordheim)
· Strykowo
(Ährensee)
· Wronczyn
(Krähwinkel)
>Polen, Region Kutno
(Wojewodztwo Lodz)
· Chodowo
· Strzelce
· Domanikowo
>Polen, Riesengebirge
(Wojewodztwo Dolnoslaskie)
· Sady
Dolne (Nieder-Baumgarten)
· Pietrzyko (Hohen-Petersdorf)
>Polen, Region Bromberg
(Wojewodztwo Kujawski-
Pomorskiee)
· Grocholin (Jürgensburg)
>Polen, Region Lebus
(Wojewodztwo Lubuskie)
· Skwierzyna
Nowy Dwor (Neuhaus)
Personen
Kontakt/Impressum
Mitglieder
|
 |
  |

Orte > Radojewo (1797-1945)
Das in Sichtachse
zu Owinsk auf einer Anhöhe jenseits der Warthe gelegene Gut Radojewo
wurde vor 1806 in den Grundformen des Berliner Frühklassizismus
errichtet. Obwohl Belege hierzu fehlen, kommen als Architekten nur
die für David Gilly in Owinsk tätigen Berliner Karl Friedrich
Schinkel und Ludwig Catel in Frage. Insbesondere Catel war in Owinsk
für mehrere Bauten verantwortlich, die heute nicht mehr einzeln
nachzuweisen sind. Bauherr war Otto Sigismund v. Treskow (1756-1825),
der Radojewo zunächst seinem Sohn Benjamin (1785-1818) und ab
1812 seinem Schwiergersohn Antonius Graf v. Lüttichau (1778-1850)
verpachtete.
|


1825 fiel Radojewo mit seinen Nebengütern Umultowo und Bolechowo
an den Sohn Heinrich v. Treskow (1795-1861), Mitglied des preussischen
Vereinigten Landtags von 1847. Mit der Vergrösserung des Hauses
um 1850 verlor Radojewo zwar seine eleganten Grundformen, es bot fortan
aber Platz für Heinrichs dreizehn Söhne. Die Baunische für
das zentrale halbrunde Fenster, ein typisches Stilmerkmal für die
unter David Gilly entstandenen Gutshäuser im Berliner Umland, ist
innerhalb des Hauses bis heute erhalten.
|

Der zweitälteste, Otto v. Treskow (1831-1901), erbte 1861 Radojewo, Umultowo und Neudorf (Nowa Wies) mit zusammen 780 Hektar. Sein 65-jährige Sohn Hermann v. Treskow, Gutsherr in Radojewo seit 1901, weitgehend unpolitisch und niemals Mitglied der NSdAP, wurde am 1. September 1939 unmittelbar nach Kriegsbeginn auf einen polnischen Gefangenenmarsch verschleppt und kam wenige Tage später unweit von Kutno zu Tode. Sein Sohn Otto (1909-1995) führte die Gutswirtschaft bis 1945. Er liess 1992 im Park von Radojewo neben dem alten Familienfriedhof und dem Grab seines Vaters eine Gedenkplatte mit deutschem und polnischem Text aufstellen: „Przyslan i uczcij w tym miejscu pamiec zmartych ofiar bezsensownych i niszczycielslich wojen – Halt inne und gedenke hier der Toten und Opfer sinnloser und zerstörerischer Kriege.“ |
  |
 |
| Blick über die Warthe nach Owinsk |
Das Nebengut Umultowo, Bauzustand 1996 |
Der Park von
Radojewo war immer für seinen weiten Ausblick nach Posen und in
das Warthetal bekannt. Die Sichtachsen nach Owinsk sind
heute zugewachsen, aber die ursprüngliche Parkanlage bezog das
auf einer Anhöhe gelegene und leuchtend weiss gehaltene Radojewo
in die Gesamtkonzeption ein. Beide Orte waren durch eine Fähre über
die Warthe verbunden. Schinkel entwarfe für die Fährstelle
einen Pharus mit Aussichtsplattform, der aber ebenso wie ein geplanter
Blumensalon für den Park in Owinsk vor dem politischen Zusammenbruch
von 1806 nicht mehr realisiert werden konnte. Erst nach dem Wiener
Kongress 1815 wurde weitergebaut: An der höchsten Stelle des Parks
entstand ein hölzernes und später neugotisch aufgeführtes
Bellevue, das anlässlich eines Besuchs der Fürstin Luise
Radziwill im August 1815 den Namen „Luisenhöhe“ erhalten
hatte. Luise war die Frau des preussischen Statthalters Fürst
Anton Radziwill, die gemeinsam mit ihrem Bruder Prinz Louis Ferdinand
v. Preussen im Berliner Schloss Friedrichsfelde aufgewachsen war. Sie
liebe die Parkanlage in Radojewo und feierte hier noch am 24. Mai 1831
mit dem Generalfeldmarschall v. Gneisenau und den Offizieren der Posener
Garnison ihren 61. Geburtstag. Die Parkanlage von Owinsk-Radojewo steht
schon seit Ende der 1940er Jahre unter polnischen Landschaftsschutz.
Nach neuesten Plänen soll hier der „Cysterski Park Kulturowy
Owinska-Radojewo“ entstehen, ein Erholungs- und Ausflugsgebiet
für die Stadt Posen. Das Gutshaus in Radojewo war bis 2004 in
Wohnungen unterteilt und bewohnt, seither steht es leer. Über
eine künftige Nutzung ist noch nicht entschieden.
|

  |
|


|

 |
Heutige Ausdehnung des Kulturparks Owinsk-Radojewo

|