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Das 1402 Hektar
grosse Gut Wierzonka gehörte traditionell zu den Owinsker Klostergütern
und wurde seit dem Erwerb 1797 auch von Owinsk aus verwaltet. Otto
Sigismund v. Treskow 1756-1825) gab es an seinen jüngsten Sohn
Louis (1799-1865), der sich 1825 ganz hier niederliess und sich um
1830 ein schlichtes, aber geräumiges Gutshaus errichten liess.
Er liess zudem die Försterei Ludwigshöhe (Ludwikowo) und
das Vorwerk Milo anlegen, benannt nach dem verlorenen Stammsitz der
Familie im Havelland. Erst mit 36 Jahren konnte er sich für eine
eigene Familie entscheiden, er heiratete 1835 die 16jährige Cousine
Melanie Schüler-Baudesson aus der französischen Gemeinde
Berlin, mit der er gewissermaßen groß geworden war. Baudessons
waren ebenfalls Glaubensflüchtline aus Metz und schon vor der
Emigration mit der Familie George verschwägert. |
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Wierzonka ging 1865 an den einzigen Sohn Hugo v. Treskow (1840-1909). Er liess das Herrenhaus durch einen Anbau mit Turm vergrössern, der nur über eine hölzerne und beinahe russisch anmutende Brückenkonstruktion mit dem Altbau verbunden war. Zudem liess er die Vorwerke Karlowitz und Kowalski ausbauen, hier errichtete er beinahe spiegelbildliche Gutshäuser mit jeweils eigenem Park, die fortan auch als Witwensitze und Ferienhäuser für seine fünf Töchter dienten. In Karlowitz lebte bis 1937 als Gutsverwalter der Enkel Magnus Graf Schack v. Wittenau (1900-1937) mit seiner Familie, in Wierzonka selbst wirtschaftete bis 1939 Hugos Ehefrau Angelique v. Reiche (1847-1939) mit einem polnischen Verwalter, in ihren letzten Lebensjahren als über 90-jährige verantwortlich für den Gesamtbetrieb. In dieser Zeit geriet Wierzonka in eine finanzielle Schieflage: 1938 stand das Gut auf der sogenannten Agrarreformliste, die polnische Regierung verlangte eine Abtretung und Zwangsparzellierung von 700 Hektar. Zudem musste das verschuldete Nebengut Kowalski an Wolfgang v. Detmering verkauft werden. Beim Einmarsch der Russen lebte in Wierzonka die unverheiratete Tochter Klara v. Treskow (1871-1951). Das Gut wurde Ende Januar 1945 unter grausamen Begleitumständen geplündert und verwüstet - der Treck aus Wierzonka war nicht mehr rechtzeitig über die Warthe gekommen. |
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| Karlowitz |
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| Kowalski |
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Nach über vierzig Jahren als LPG wurde Wierzonka im Jahr 2002 wieder privatisiert, der neue Eigentümer Czeslaw Fiedler hat bereits mehrere Gebäude instandgesetzt und viel Liebe in die Neuanlage des Parks investiert. Er will auch das Gutshaus sanieren. Herr Fiedler hat die Familie schon mehrmals nach Wierzonka eingeladen und seine Fortschritte präsentiert. Der Familienfriedhof wurde 2002 von dem Lehrerehepaar Ewa und Wlodimierz Buczynski gemeinsam mit ihren Schüler wiederhergestellt, auch hier gibt es einen sehr freundschaftlichen Kontakt zu den Wierzonka-Nachfahren.. Ein polnischsprachiger Bericht über eines dieser Familientreffen („Wizyta potomkow von Treskowow“) erschien 2004 in der Posener Lokalpresse. |
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