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Das ca. 1000 Hektar große Gut Rzezewo lag in räumlicher Nähe zu den Familiengütern Strzelce, Chodowo und Lucien, in der ehemaligen Provinz Südpreussen und seit 1815 im russisch regierten sogenannten Königreich Polen. Carl v. Treskow (1787-1846) aus Friedrichsfelde hatte das Gut 1842 für 432.000 Silberrubel als Mitgift für seine Tochter Elisabeth (1824-1879) erworben. Elise heiratete die 1844 in Friedrichsfelde ihren in Owinsk geborenen Cousin Wilhelm Anton Graf v. Lüttichau (1816-1892) und zog mit ihm in Rzezewo die vier Söhne Hans Carl Benedikt (1847-1870), Hellmuth (1850-1870), Georg Heinrich (1853-1939) und Julius Klaus (1855-1930) groß. Die beiden ältesten fielen 1870 mit zwanzig und zweiundzwanzig Jahren in Vendome und Mars la Tour, ihre Särge wurden nach Berlin überführt und auf dem Treskowschen Familienfriedhof im Friedrichsfelder Park beigesetzt. über diesen Verlust kam die Mutter nie hinweg, sie ließ sich scheiden und zog zu ihrem Bruder Hermann v. Treskow nach Chodowo, wo sie 1879 starb. |
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Rzezewo fiel an den Sohn Georg v. Lüttichau, der es aber nur sieben Jahre lang bewirtschaftete. Die Ertragslage war dürftig, schon 1862 waren große Flächen an die Warschau-Bromberger-Eisenbahngesellschaft verkauft worden. Im Jahr 1886 konnte Georg das Gut gegen das unweit von Posen gelegene prächtige neugotische Schloß Krzeslice eintauschen. Der dortige Gutsherr Zygmunt Rado?ski mußte sich dem Verkaufsdruck der preußischen Ansiedlungskommission beugen und zog nicht ganz freiwillig mit seinen sieben Kindern in das deutlich bescheidenere Rzezewo, wo er 1908 verstarb. Heute ist im Gutshaus ein Alters- und Pflegheim untergebracht. |
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