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Die an Chludowo angrenzende Gutherrschaft Zielątkowo wurde erstmals 1365 erwähnt und ist heute noch als Geburtsort der Geschwister Jędrzej Moraczewski und Bibianna Moraczewska bekannt: ihr Vater Tomasz Moraczewski hatte das 559 Hektar große frühere Adelsgut der Familie Zielątkowski 1801 gekauft und dort 1834 auf einem Hügel inmitten von Obstgärten ein neues Gutshaus für seine Familie errichtet. Der Sohn Jędrzej studierte in Berlin, Heidelberg und Warschau, er wurde ein bekannter Rechtsanwalt, Historiker und politischer Aktivist. Während des Novemberaufstandes reiste er in diplomatischen Missionen und zum Kauf von Waffen quer durch Deutschland. Zur Zeit des Aufstands von 1848 war er Mitglied des polnischen Nationalkomitees. Seine Schwester Bibianna beteiligt sie sich ebenfalls am nationalen Befreiungskampf, sie sammelte Geld und Kleider für den Novemberaufstand 1830/31 und wurde nach dessen Niederschlagung Mitglied einer Untergrundgesellschaft von Frauen, die Aufständische und Emigranten unterstützte. Sie verteilte verbotene politische Zeitschriften, setzte sich für das Frauenwahlrecht ein und verfasst neben historischen Darstellungen auch Romane. Das Gut Zielątkowo war in den 1830er Jahren ein bekannter Treffpunkt der polnischen Opposition, neben den zahlreichen polnischen Politikern und Journalisten gehörte dazu auch der Deutsche Richard Otto Spazier, der mit dem Hausherrn das Großherzogtum Posen bereiste und 1832 seine „Geschichte des Aufstandes des Polnischen Volkes in den Jahren 1830 und 1831“ veröffentlichte. |

Da die Geschwister Moraczewski nach dem Tod der Mutter dauerhaft nach Posen übersiedeln wollten, verkauften sie das elterliche Gut am 15. April 1842 für 420.000 Taler an den Owinsker Gutsherrn Otto Sigismund v. Treskow (1793-1855), dessen polnische Ehefrau Józefa Koperska selbst aus dem benachbarten Chludowo stammte. Der Sohn Wilhelm v. Treskow (1840-1897) erhielt die Güter Chludowo und Zielątkowo mit einer Gesamtfläche von 1528 Hektar 1855 als Erbteil und bewirtschaftete sie gemeinsam, zunächst ab 1863 mit seiner 19-jährig im Kindbett verstorbenen Ehefrau Anna Freiin v. Gemmingen-Steinegg (1845-1864), dann ab 1880 mit seiner zweiten Frau Alma Gomanski. Die verwitwete Alma v. Treskow und deren Tochter Elsa Zoldy v. Zold entschlossen sich 1909 für den Verkauf der beiden Güter an die Deutsche Ansiedlungskommission. Chludowo wurde 1914 von dem Cousin Georg v. Treskow-Friedrichsfelde (1862-1944) aus Weissagk zurückerworben - nicht aber Zielątkowo, das seit 1910 aufgeteilt und mit deutschen Kolonisten aus verschiedenen Teilen Deutschlands und Russlands besiedelt wurde. Ungeachtet der neuen Besitzverhältnisse hiess der Ort von 1910-1918 sowie während der deutschen Besatzung 1939-1945 Treskowhof. |
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